Heilpraktikerin Antje Streifler - Berlin Mitte
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Brennessel

In der Chinesischen Medizin wird die Brennessel bei vielen entzündlichen und rheumatischen Erkrankungen eingesetzt, um Hitze zu kühlen und das Blut zu reinigen.

 

Brennessel

URTICA  DIOICA L. – Große Brennessel
URTICA URENS L. – Kleine Brennessel
Pflanzenfamilie: Brennesselgewächse : URTICACEAE
Lat. urere = brennen  dioica = zweihäusig

Volksnamen:
Donnernessel, Hanfnessel,
Nessel, Saunessel, Senznettel
englischer Name: stinging great neetle

Verwendete Pflanzenteile:
Brennesselkraut = URTICAE HERBA
Brennesselsamen = URTICAE SEMEN
Brennesselwurzel = URTICAE RADIX

Botanik

Es gibt bei uns zwei Brennesselarten, die arzneilich genutzt werden.
URTICA URENS ist die kleinere und zartere, doch auch die agressivere der beiden Brennesselarten. Sie ist einjährig im Gegensatz zur  URTICA  DIOICA, der großen Brennessel, die mehrjährig ist und häufiger Verwendung findet. Zwei andere, seltenere Brennesseln, die URTICA PILULIFERA (Pillenbrennessel) und
URTICA KIOVIENSIS (Sumpfbrennessel) finden keine arzneiliche Verwendung.

Die Brennessel ist eine stark veränderliche, ausdauernde Staude von ca. 50 – 150 cm Höhe. Der vierkantige Stengel und die Blätter sind mit Brennhaaren besetzt, welche auf ihrem gläsernen, hohlen Körper ein kleines Köpfchen befestigt haben. Dieses bricht bei der kleinsten Bewegung ab und die Spitze des Haares bohrt sich in die Haut.

Verbreitung:
Beide Brennesselarten sind sehr häufig und sind weltweit verbreitet außer in der Arktis, in Indien und Südafrika.
Sie wachsen bevorzugt dort, wo Tiere urinieren und in der Nähe menschlicher Behausungen in Gärten, an Zäunen, Grabenrändern, auf Schuttplätzen und Ruinen. In der Archäologie dient die Brennessel als Anzeiger für ehemalige menschliche Siedlungen. In der freien Natur kommt die Brennessel dagegen viel seltener vor.
Selbst im schlechtesten Boden hat sie noch wohlgeformte und kerngesunde Blättertriebe, und auch, wo ihr wenig Sonnenlicht zukommt, behält sie ihr sattes Grün.
Die Brennessel ist eine Pionierpflanze, da sie mit ihren stark verästelten Wurzeln den Boden für neue Humusbildung erschließt, so dass auch weniger starke Pflanzen darauf wachsen können. Die abgestorbenen Brennesseln bereichern den Boden mit einem hohen Mineralstoffgehalt.

Inhaltsstoffe

Kraut:

Ätherische Öle     (Ketone, Ester, Citral, Linalool)
Alkaloide              Nicotin
Amine                  Cholin
Acetylcholin
Histamin
Serotonin
Caffeolchinasäuren, darunter die seltene Caffeoylapfelsäure
Carotinoide          β- Carotin
Xantophylle
Chlorophylle   
Cumarine
Enzyme
Flavonoide          Quercetin
Kämpferol- und Isorhamnetinglycoside (Blüten)

Mineralstoffe:      Kalium, Kalzium, Natrium, Kieselsäure, Schwefel, Phosphor,
Magnesium, Mangan, Titan, Bor, Kupfer, Nickel, Kobalt, Zink, Gold, Eisen;
Phytosterine        Sitosterol
Triterpene

Vitamine:            A (Retinol)
C (Ascorbinsäure)
B1 (Thiamin)
B2 (Riboflavin)
B6 (Pyridoxin)
K1 (Phyllochinon)
Pantothensäure (Vit. B5)
Folsäure (Vit. B9)

Wurzel:

Adenosin
Aminosäuren        Leucin
Glucosamin
Cumarine             Scopoletin
Glucuronsäure
Kieselsäure
Lektine
Pflanzenhormone     Cytokinine
Phenylpropanoide    Monoepoxylignane wie z.B. Neo-Olivil, Homovanillylalkohol
Polysaccharide     Pektine
Sterole                 β-Sitosterol
Sterylglycoside
Triterpene            Oleanolsäure

Samen:

Carotinoide          β-Carotin
Lutein
Violaxanthin
Fette Öle              Lonolsäure
Linolensäure
Tocopherole
Pflanzenhormone
Polysaccharide
Schleim

Brennesselhaare

Acetylcholin
Amine                    Histamin
Serotonin
Natriumformiat
Säuren                  Ameisensäure
Apfelsäure
Buttersäure
Bernsteinsäure
Caffeoyl-Chinasäuren
Citronensäure
Essigsäure u.a.
Silikate

Wirkungen

anregend und umstimmend auf den gesamten Stoffwechsel
entsäuernd
schleimverflüssigend
blutreinigend
blutbildend
blutstillend
adstringierend
milchfördernd
antirheumatisch
antientzündlich
fungizid
immunmodulierend

harntreibend (aquaretisch)
fördert die Ausscheidung von Harnstoff und Chlor

herzstärkend
Reguliert die Blutfette

blutzuckerregulierend
regt die Verdauung an

menstruationsfördernd


Nebenwirkungen:

Bei Überempfindlichkeit kann Berührung der Brennesselhaare Vergiftungserscheinungen hervorrufen.
Leichte Magen-Darm-Beschwerden sind möglich bei Einnahme des Wurzelextraktes.

Anwendung

Die Brennessel ist ein Polychrest, d.h., sie hat kein spezifisches Wirkfeld. Zu ihren Anwendungsgebieten zählen:
- Erschöpfungszustände und Zeiten der Rekonvaleszenz (Samen)
- Alterserscheinungen
- Anämie
- Neigung zu Blutungen, Nasenbluten oder zu Hämatomen
- chronische Müdigkeit
- Immunschwäche

- Rheuma und Gicht
- Adipositas
- Arthritis
- Erhöhter Harnsäurespiegel
- Ischias

- Ödeme
     Achtung: Ödeme infolge eingeschränkter Herz- und Nierentätigkeit sind eine   
                    Kontraindikation!
- chronische Zystitis
- Nephritis
- Nieren- und Blasensteine
- Prostataentzündung mit Harntrübung
- Miktionsbeschwerden (Wurzel), hartnäckige Urinverhaltung

- Galle- und Leberbeschwerden
- Magen-Darm-leiden
- Mangelnde Pankreassekretion
- Diabetes
- Durchfall, Colitis mucosa
- Hämorrhoiden
- Mundentzündungen
- Magen- und Darmgeschwüre

- akute oder chronische Bronchitis, besonders mit schwer abzuhustendem Schleim
- Bronchialasthma
- Nebenhöhlenkatarrhe
- Bronchialverschleimung

- Ekzeme
- Allergien
- Furunkel
- Nesselsucht
- Psoriasis
- chronische Hautausschläge
- juckende Hautleiden 
- Nachtschweiß

- Asthenie
- Sexuelle Schwäche
- Sexualstörungen

- Amenorrhoe
- Mangelnde Milchbildung
- Leukorrhoe
- Wechseljahrsbeschwerden

- Prostata-Adenom
- Impotenz

äußerlich:

- frühzeitiger Haarausfall
- Kopfschuppen
- Fettiges Haar

Chinesische Medizin:

In der Chinesischen Medizin wird die Brennessel bei vielen entzündlichen und rheumatischen Erkrankungen eingesetzt, um Hitze zu kühlen und das Blut zu reinigen. Das Brennesselkraut tonisiert das Leber-Blut, vertreibt Feuchtugkeit aus der Lunge und dem unteren Erwärmer und wirkt Leber-Qi-Stagnationen sowie toxischer Hitze entgegen. Die Brennesselsamen werden vor allem zur Tonisierung des Qi und zur Stärkung der Nieren-Essenz verwendet z.B. in der Rekonvaleszenz, bei Burnout-Syndrom oder als Geriatrikum.

Letztes Update 16.05.2012 | Copyrightę Heilpraktikerin Antje Streifler 2010 | Seite drucken: Brennessel