Heilpraktikerin Antje Streifler - Berlin Mitte
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Johanniskraut

Johanniskraut erhöht durch eine cerebrale Wiederaufnahmehemmung der Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin deren Konzentration an den Synapsen. Ebenfalls steigt auch die Konzentration von Gamma-Aminobuttersäure (GABA), Dopamin und L-Glutamat an, was in dieser Form kein Antidepressivum vermag.

 

Johanniskraut

HYPERICUM PERFORATUM
Pflanzenfamilie: Johanniskrautgewächse: HYPERICACEAE

Volksnamen:
Teufelsflucht, Tüpfel-Hartheu,
Blutkraut, Wundkraut,
Konradskraut
englischer Name: St. John´s wort

Drogenbezeichnung:
Johanniskraut = Herba Hyperici
Johanniskrautsamen = Semen Hyperici

Botanik

Johanniskraut ist mit dem Schwarztee verwandt.  Es handelt sich um eine mehrjährige Pflanze mit stark verästelter, spindelförmiger, bis 50 cm Tiefe reichender Wurzel.
Die oval-eiförmigen bis länglich-linealischen Blätter werden bis 3 cm lang und sind dicht mit durchsichtigen Öldrüsen besetzt. Am Rand sind die Blätter mit schwarzen Drüsen, durchscheinend punktiert. Bei den Punktierungen handelt es sich um Ölbehälter, in denen das helle ätherische Öl der Pflanze konzentriert ist.
Der Blütenstand ist eine Trugdolde. Die fünf Kelchblätter sind bis 5 mm lang und länger als der Fruchtknoten. Die Frucht ist eine schmal-eiförmige, dreifächrige Spaltkapsel. Die Blütezeit ist Juni bis August.

Verbreitung:

Das Echte Johanniskraut ist in Europa, Westasien und Nordafrika heimisch. In Ostasien, Nord- und Südamerika und in Australien ist es eingebürgert worden. Man findet es in tiefen bis mittleren Höhenlagen. Es wächst verbreitet in Gebüschsäumen, an Waldrändern, Wegen und Böschungen, in Magerwiesen und -rasen, in Ginster- und Heidekrautheiden, in Brachen und Waldverlichtungen als Pionierpflanze.
Johanniskraut wächst an mäßigwarmen bis warmen Standorten bei gemäßigtem Seeklima.

Inhaltsstoffe

Ätherische Öle           
α-Pinen
antibiotische Bitterstoffe    Hyperforin = Phloroglucinderivat = Hauptwirkstoff
Naphthodianthrone     Hypericin
Pseudohypericin
Isohypericin
Protohypericin
Procyanidine
organische Säuren
Flavonoide                  Hyperosid
Quercitrin
Isoquercitrin
Rutosid
Quercetin
Kämpferol
Luteolin
Myricetin
Bifllavone
Xanthone
Gerbstoff
Harze

Wirkungen

Schon Paracelsus verschrieb Johanniskraut als Mittel gegen die “Phantasma".
Es  erhöht durch eine cerebrale Wiederaufnahmehemmung der Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin deren Konzentration an den Synapsen. Ebenfalls steigt auch die Konzentration von Gamma-Aminobuttersäure (GABA), Dopamin und L-Glutamat an, was in dieser Form kein Antidepressivum vermag. In der Folge vermindert sich die Anzahl der  ß-Rezeptoren, außerdem erhöht sich die 5-HT2-Rezeptorendichte.

antineuralgisch
wundheilend
antirheumatisch
beruhigend
entkrampfend
antiseptisch
menstruationsfördernd

Nebenwirkungen:

Da Johanniskraut die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht, sind während der Behandlung längere Aufenthalte in der Sonne bzw. im Solariunm zu vermeiden.
In Einzelfällen wird von manischen Episoden berichtet, die von Johanniskraut induziert wurden. Außerdem kann Johanniskraut geringe Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Erregung und Müdigkeit, allergische Hautreaktionen oder Leberschäden hervorrufen.
Kontraindikationen
Es treten Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auf, die gefährlich sein können. Johanniskraut induziert ein Abbauenzym in der Leber (Cytochrom P450, Subtyp 3A4), welches andere Medikamente abbaut. CYP 3A4 verstoffwechselt u.a. Hormone, Herzglykoside, Gerinnungshemmer, einige Antidepressiva und Methadon. So kann Johanniskraut die Wirkung niedrig dosierter Anti-Baby-Pillen und anderer hormoneller Verhütungsmittel beeinträchtigen.
Es bestehen Wechselwirkungen mit bestimmten AIDS-Medikamenten (Protease-Hemmern), Antibiotika und einigen Antidepressiva. Die Protease-Hemmer und das Antibiotikum können ihre Wirkung ganz oder teilweise verlieren, was bei den zugrunde liegenden ernsten Erkrankungen schwerwiegende Folgen haben kann.
Bei Einnahme von Theophyllin, blutgerinnungshemmenden Mitteln, Tacrolimus, Midazolam, Amitryptylin, Nortryptilin oder Digoxin ist im Einzelfall zu klären, ob Johanniskraut eingesetzt werden kann.
Mit Serotonin-Wiederaufnahmehemmern wie Fluoxetin, Paroxetin, Citalopram etc. besteht die Möglichkeit einer Verstärkung serotoninerg bedingter Nebenwirkungen.
Weiterhin ist bekannt, dass hochdosiertes Johanniskraut den Abbau von manchen Antiepileptika, Benzodiazepinen und benzodiazapinähnlichen Substanzen beschleunigt. Dadurch wird die Wirksamkeit dieser Substanzen herabgesetzt.   

Anwendungsgebiete:

Nervöse Unruhe, Schlafstörungen, psychovegetative Störungen
Muskelschmerzen
Menstruationsschmerzen
Nervosität, leichte bis mittelschwere Depressionen
Nervenschmerzen, Ischias, Trigeminusneuralgie
vegetative Dystonie, Kopfschmerzen, Migräne
Bandscheibenschäden, Rückenschmerzen
Gehirnerschütterung
Nervenentzündung, Nervenverletzung
Neigung zu blauen Flecken
Lumbago, Rheuma, Gicht
nervöse Magen-Darm-Beschwerden
Krämpfe, Koliken
Quetschungen, Wunden, Verbrennungen ersten Grades
Stress, Bettnässen
Herpes Zoster
Herzunruhe

Chinesische Medizin:

bitter
thermisch kalt
In der Chinesischen Medizin wird Johanniskraut bei Leber-Blut-Mangel
und zur Stärkung des Herz-Qi eingesetzt. Es nährt Herz- und Nieren-Yin und wirkt der Diagnose "Schleim verlegt die Herzkanäle" entegen.
Der Inhalt des Hun ("Wanderseele") wird durch Johanniskraut an die Oberfläche gebracht.

Anthroposophisch

Regt den Astralleib an, in dessen Bestreben
„die ätherischen Prozesse sich unterzuordnen,
das flutende Leben zu dämpfen,
ihm Formprozesse aufzudrücken, die das dem Leben übergeordnete
Seelische in der Gestalt offenbaren“.

Ernte und Aufbereitung

Johanniskraut wird traditionell zur Sommersonnenwende gesammelt (Johanni).

Johanniskrautöl

gewinnt man, indem man Johanniskrautblüten 2 Monate lang in kaltgepresstes Oliven- oder Sonnenblumenöl einlegt, gelegentlich kräftig schüttelt und ansonsten in der Sonne stehenlässt. Dieses rote Öl wird als Einreibemittel bei Hexenschuss, Gicht, Rheuma, zur Schmerzlinderung und Wundheilung nach Verrenkungen und Verstauchungen, bei Blutergüssen und Gürtelrose verwendet, kann aber auch innerlich angewandt werden.

Letztes Update 13.06.2012 | Copyrightę Heilpraktikerin Antje Streifler 2010 | Seite drucken: Johanniskraut