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Leber-Qi-Stagnation

Auf der körperlichen Ebene kann sich der Qi-Stau in einem Spannungsgefühl in der Muskulatur oder Thorax, Hypochondrium oder Abdomen mit wechselnden Lokalisationen äußern, in Magenknurren, Übelkeit, oder Kopfschmerzen.

Synonym:

Depression und Verknotung des Leber-Qi, eingezwängtes Leber-Qi, Leber-Qi-Stauung, Leber-Qi-Depression, Unterdrückung des Gan-Qi, Inneres Fülle-Syndrom

Definition:

Stagnation steht für verminderte Bewegung in oder zwischen bestimmten Meridianen, Organen oder Teilen des Körpers. Sie geht mit Blockaden oder Obstruktionen des Energieflusses einher. Vor einer Blockade kann sich eine Energie-Fülle, dahinter eine Energie-Leere entwickeln.

Die Hauptaufgabe der Leber ist es, den geschmeidigen Qi-Fluss zu gewährleisten, den Qi-Fluss nach oben zu entfalten, alle Bewegungen nach Außen und das Emporsteigen zu regulieren. Der Funktionskreis der Leber wird darum auch als Modulator des gesamten energetischen Systems bezeichnet. Das Leber-Qi unterstützt auch das Milz-Qi beim Aufsteigen und das Magen-Qi beim Absteigen. Die Leber stimuliert die Gallensekretion und gewährleistet auch den harmonischen Qi-Fluss in Darm und Gebärmutter.

Eine gesunde Entfaltung der hepatischen Energien verbindet sich mit Bildern wie Entspannung, Lösung, Weitung, Erweichung, Zirkulation, Ausgeglichenheit und Harmonie.

Vorkommen:

Die Leber-Qi-Stagnation ist die wichtigste und häufigste Qi-Störung der Leber und eines der verbreitetsten Organ-Muster überhaupt. Es gibt nur wenige pathologische Vorstufen einer Leber-Qi-Stagnation, da dieses Muster selbst gewöhnlich die Anfangsphase eines pathologischen Prozesses darstellt, der häufig von emotionalem Stress ausgeht.

Ursachen:

Bei der Leber-Qi-Stagnation handelt es sich ätiologisch in der Regel um ein Fülle-Syndrom. Darüber sollten scheinbare Leere-Symptome wie z.B. Müdigkeit nicht hinwegtäuschen.

Ursächlich ist meist eine Unterdrückung von Emotionen wie Zorn, Enttäuschung, Ärger, Eifersucht, Überforderung, Überarbeitung, Wut, was zur Behinderung der Qi-Zirkulation führt.
Umgekehrt ist ein geschmeidiger Leber-Qi-Fluss die Voraussetzung für einen harmonischen Fluss unserer Emotionen.
Aus der Unterdrückung der Emotionen können Stasen resultieren und schließlich kann es zu einer Ausbildung von Hitze kommen, welche wiederum die Körpersäfte konsumiert und so zu einer Verstärkung des Ungleichgewichtes führt.
In manchen Fällen kann äußerer Wind eine innere Leber-Disharmonie durchaus verschlechtern und zu Nackenverspannungen und Kopfschmerzen führen.
Ein übermäßiger Verzehr von fetten, thermisch heißen Nahrungsmitteln (z.B. Alkohol, Gewürze, Frittiertes) kann außerdem zu Leber-Feuer führen. Auch zu große Portionen oder Essen im Stress schädigen die Leberfunktion. Heutzutage ist die Leber häufig zusätzlich mit synthetischen Stoffen aus Nahrung und Medikamenten überfordert.

Als sekundäres Muster kann eine Leber-Qi-Stagnation in Folge eines Leber-Blut-Mangels auftreten, weil das Leber-Qi und das Leber-Blut den Yang bzw. Yin-Aspekten der Leber entsprechen und sich gegenseitig beeinflussen. Dieses Muster finden wir fast ausschließlich bei Frauen. Es handelt sich hierbei um eine Kombination von Fülle (Qi-Stagnation) und Leere (Leber-Blut).

Auch eine Nieren-Schwäche kann eine sekundäre Leber-Qi-Stagnation verursachen, da das Nieren-Yin das Leber-Yin erzeugt.

Symptome:

Die Pathologie der Leber ist grundsätzlich durch schnelle Wechsel gekennzeichnet, wie etwa rasch ausbrechende Hautausschläge, Urticaria, plötzlich auftretender Tinnitus, unvermittelte Wutausbrüche oder Schlaganfall.

Eine Leber-Qi-Stagnation behindert das Kommen und Gehen der Wanderseele (Hun), was Depressionen, ein Gefühl von Orientierungslosigkeit, Mangel an Zielen und Träumen etc. erzeugt.
Auf lange Sicht führt ein Leber-Qi-Stau zu einem Zustand ständigen Grolls, Frustration, Depression, Melancholie, Niedergeschlagenheit oder Traurigkeit. Der Patient fühlt sich blockiert und eingeschränkt. Typisch sind auch Reizbarkeit, Wutausbrüche und Stimmungslabilität; der Patient ist aufgebracht und redet viel.
Durch die Stagnation kann es zu einer Erschöpfung des Leber-Qi kommen, die durch besonders starke  Müdigkeit gekennzeichnet ist (Fatigue-Syndrom).

Auf der körperlichen Ebene kann sich der Qi-Stau in einem Spannungsgefühl in der Muskulatur oder  Thorax, Hypochondrium oder Abdomen mit wechselnden Lokalisationen äußern, in Magenknurren, Übelkeit, oder Kopfschmerzen. Wenn der Magen beteiligt ist, kommt es zu Aufstoßen, bei einer Attacke auf die Milz kann es zu Durchfällen kommen.
Seufzen ist eine spontane Methode zur Befreiung von Qi-Stagnation im Thorax, Schluckauf  deutet auf Qi-Stagnation im Zwerchfell hin.

Oft entstehen in der Folge zusätzliche Qi-Stagnationen (Gan Yu Qi Zhi) in verschiedenen Organen und eine Attacke von Milz und Magen durch die Leber. In lang dauernden Fällen kann es zum Übergang in Leber-Blut-Stase oder Hitzeentwicklung mit Leber-Feuer kommen.
Da das Qi der Befehlshaber des Blutes ist und bei einer Qi-Stagnation das Blut koaguliert, kann eine lang bestehende Leber-Qi-Stagnation außerdem leicht zu einer Leber-Blut-Stase führen

Schließlich kann eine Leber-Qi-Stagnation auch die Bewegung von Qi und Blut im Konzeptions- und Durchdringungsgefäß (Renmai und Chongmai) behindern und so den Uterus beeinträchtigen, was zu prämenstruellen Beschwerden wie Spannungsgefühlen in der Brust und im Unterbauch sowie psychischer Reizbarkeit, Mentsruationsstörungen wie Dysmenorrhoe, unregelmäßiger Menstruation, Hypomenorrhoe oder Amenorrhoe führen kann.

Wenn sich Schleim mit der Qi-Stagnation verbindet, kommt es zum Globusgefühl, Knoten im Bereich der Meridiane und Netzgefäße oder Schluckbeschwerden.
Weitere Symptome einer Leber-Qi-Stagnation sind Erektionsstörungen und Libidostörungen.

Die Symptome und Zeichen bei einem zugrunde liegenden Leber-Blut-Mangel unterscheiden sich etwas und gehören im allgemeinen zum Leere-Typus. Es treten z.B. eher Depressionen als Reizbarkeit auf; vor allem der Puls kann dünn und nur wenig saitenförmig an der linken Seite sein

Entsprechende westliche Diagnosen sind häufig: Schmerzen im Hypochondrium, Intercostalneuralgie, Gallensteine oder eine Entzündung der Gallenblase, Menstruationsstörungen, Knoten in der Brust, PMS, Laktationsstörungen, Mastitis, chronische Kopfschmerzen, Schwindel, Tinnitus und Schwerhörigkeit, gutartige Struma, Hyperthyreose, Globusgefühl, Verstopfung, Roemheld-Syndrom, Reizdarm-Syndrom, Depression, Wechseljahres-Beschwerden, Alkoholabusus, Hypertonie

Modalitäten:

Allgemeine Verschlechterung der Symptome bei emotionalem Stress und nach Alkoholgenuss (häufig Verbesserung während der Alkoholwirkung)

Zungendiagnostischer Befund:

Die Zungenfarbe ist meistens normal. Bei zusätzlicher Hitzeentwicklung bzw. in schweren Fällen zeigen sich rote Zungenränder, die oft aufgerollt sind.
Der Belag ist weiß und dünn

Puls:

saitenförmig, v.a. links, gehemmt oder gespannt,

Behandlungsprinzipien:

-    Verbesserung und Regulation des Qi-Flusses im Bereich der Leber
-    Beseitigung von Blockaden und Stagnation im Leitbahnverlauf
-    Stärkung der Mitte
-    Stärkung von Xue und Yin



Titel: Leber-Qi-Stagnation Leber-Qi-Stagnation
Begriff(e): Leber-Qi-Stagnation Leber-Qi-Stagnation
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Letztes Update 10.05.2012 | Copyrightę Heilpraktikerin Antje Streifler 2010 | Seite drucken: Leber-Qi-Stagnation